Mit großer Freude geben wir die Erschließung eines grundlegenden historischen Quellendokuments in unserer Dokumentenbibliothek bekannt: das Evangelisch-Lutherische Repertorium-Register (1671–1780) des Kirchspiels Badbergen.
Obwohl der formelle Titel einen zeitlichen Rahmen ab dem 17. Jahrhundert nahelegt, fungiert dieses Werk als umfassendes, retrospektives Archiv. Es bietet eine systematische Übersicht über die Einkünfte, Besitztümer und Rechtspositionen der Kirche, der Armenpflege und der lokalen Schulen, wobei die dokumentierte Geschichte bis weit ins Spätmittelalter zurückreicht.
Einblicke in ein jahrhundertealtes Archiv
Das Register wurde ursprünglich im Jahr 1671 unter der Aufsicht der Pastoren Hickman (Senior und Junior) sowie Pastor Block zusammengestellt. Sein besonderer wissenschaftlicher Wert liegt in der präzisen Transkription von Dokumenten, die zum Teil Jahrhunderte älter sind als der Band selbst.
Was Sie in diesem erschöpfenden Register konsultieren können:
Mittelalterliche Urkunden: Das Dokument enthält Zusammenfassungen früher Eigentumstitel, mit Erwähnungen, die bis ins Jahr 1389 zurückreichen (z. B. Transaktionen auf der Hohnhorst durch Machorius Lode, Akten des Ritters Boldewin von Knehem aus 1391 oder die Übertragung des Kötter-Erbes Venehagen 1393).
Systematisches Repertorium: Eine detaillierte Buchführung der kirchlichen Einnahmen, darunter Renten, Pachten (Heuer) und Fundationen („ewige Gifft“).
Topografie und Landnutzung: Eine umfassende Inventarisierung der verschiedenen „Eschen“ (Badberger Esch, Krachting-Esch, Hohnhorst) unter Nennung der damaligen Eigentümer und Nutzer, wie etwa Johan Wulffert und Herman im Busche.
Sozialgeografische Struktur: Ein tiefer Einblick in die territoriale Gliederung des Kirchspiels Badbergen und seiner Bauerschaften, darunter Wehdel, Langen, Veeß und Wulfften.
Finanz- und Kirchenverwaltung: Von Obligationen und Quittungen bis hin zu Verordnungen des Konsistoriums und Investituren der Geistlichkeit.
Bedeutung für die Forschung
Dieses Register stellt eine unverzichtbare Primärquelle für die akademische Forschung zur Regionalgeschichte des Artlandes, zur sozioökonomischen Entwicklung kirchlicher Institutionen und zur genealogischen Rekonstruktion ansässiger Familien dar.
Wir laden alle Interessierten und Forscher herzlich ein, dieses wertvolle Dokument ab sofort in unserer digitalen Sammlung zu konsultieren.
Quellen und weiterführende Literatur
Datenquelle & Referenz
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