Artländer Aggregations-Matrix

Quellen zur Frühen Geschichte des Artlandes

Einführung in die Artländer Aggregations-Matrix (AAM)

In der Reihe Quellen zur Frühen Geschichte des Artlandes wurde in Band A, Methodik und Glossar, das Fundament mit den 4 Pfeiler und 7 Filtern gelegt. Diese Systematik wurde spezifisch für die präzise Datierung von Bauernhöfen entwickelt: die Feststellung des GenesisYear. Dieser Algorithmus bildet die wissenschaftliche Basis für die Erschließung der individuellen Entstehungsgeschichte des Hofes.

Als logische Fortzetung dieser Datierungsmethodik habe ich die Artländer Aggregations-Matrix (AAM) entwickelt. In diesem Modell werden die Ergebnisse des Datierungsalgorithmus met zusätzlichen historischen Daten kombiniert. Dadurch steigen wir vom individuellen Hof zur integralen Entwicklung der Bauerschaft und der Region auf.

Die AAM erschließt diese regionale Dynamik über drei spezialisierte Module:

  • Modul A: Anthropogene Dynamik (Demografie)

  • Modul B: Administrative und institutionelle Rahmenbedingungen

  • Modul E1: Agrarische Ressourcen & Energie

  • Modul E2: Urbane Differenzierung & Gewerbe

Struktur und Methodik der Matrix

Die Matrix wahrt eine strikte Unterscheidung der analytischen Indikatoren, um die Transparenz der Datenverarbeitung zu gewährleisten:

  • Input-Variablen (I): Primärdaten, die direkt aus der Datenbank entnommen werden, darunter das methodisch berechnete GenesisYear.

  • Ergebnis-Indikatoren (R): Abgeleitete, berechnete Werte, die über spezifische Konversionsfaktoren zustande kommen. Hier findet die Aggregation statt, welche die Daten in demografische, administrative oder ökonomische Trends übersetzt.

Referenzpunkte und Zeitempfinden

Als chronologischer Anker fungiert eine Reihe von Referenzpunkten von 700 bis 1700, dargestellt in Intervallen von 100 Jahren. Die wissenschaftliche Begründung für diese Periodisierung ist in Band A: Methodik und Glossar nachzulesen.

Der Output an einem Referenzpunkt (beispielsweise das Jahr 1200) gibt den konsolidierten Status der Untersuchungseinheit zu diesem spezifischen Zeitpunkt wieder. Der Verlauf eines Jahrhunderts (beispielsweise des 12. Jahrhunderts) wird durch die Analyse der Differenz zwischen zwei aufeinanderfolgenden Fixpunkten (1100 und 1200) sichtbar.

Liste der Indikatoren

AbkürzungNameTypBeschreibung
AWAmtlicher Wert[R]Die gesamte administrative Schwere der Bauerschaft (basierend auf ParSE01).
BdBelegungsdichte[R]Durchschnittliche personelle Belastung pro Hofstelle (Bev / Hs).
BevBevölkerung[R]Gesamte Einwohnerzahl (rekonstruiert über die ParSE02-Matrix).
DDkDiversitäts-Dichte[R]Räumliche Intensität der gewerblichen Infrastruktur (Gs) pro 100 Hektar Landfläche.
DIDichte-Index[R]Maßstab für den anthropogenen Druck auf den Esch (Bev / EF × 100).
EEErnte Ertrag[R]Die gesamte Brutto-Getreideernte (in kg × 1.000) basierend auf der EF und ParEc01.
EFEsch-Fläche[R]Das kollektive landwirtschaftliche Areal (Saatland) der Bauerschaft.
FHFreie Höfe[I]Anzahl der Höfe mit juristischer Autonomie (aus der Eigenbehörigkeit gelöst).
GHsGeldwert / Hofstelle[R]Durchschnittlicher Brutto-Handelswert des Markt-Überschusses pro aktiver Hofstelle.
GsGewerbestellen[R]Gewichtete Summe der gewerblichen Einheiten (Energie, Extraktion & Hausindustrie) basierend auf ParAL02.
HdHofstellen Dichte[I]Die Anzahl der aktiven Hofstellen (VE, HE, EK, MK) pro verfügbarem Hektar potenziell bebaubarem Areal.
HsHofstellen[I]Anzahl der primären, rechtlich aktiven Haupthofstellen (VE, HE, EK, MK).
IFInst-Factor[R]Prozentuale Veränderung der administrativen Schwere im 100-Jahre-Intervall.
MAgAuslastungsgrad[R]Verhältnis zwischen dem verfügbaren Mahlgut (Mg) und der Mahl-Kapazität (MK).
MEMarktfähiger Ertrag[R]Der Indikator für die regionale Handelskapazität.
MgMahlgut[R]Nettovolumen an Getreide nach Abzug von Steuern (Tax) und Saatgut-Reserven.
MKMahl-Kapazität[R]Das gesamte theoretische Mahlvermögen (kg × 1.000) unter Berücksichtigung der Technik.
MQMühle-Quotient[R]Maßstab für die infrastrukturelle Dichte der Mahlkapazität pro 100 Hofstellen.
MWMahlwerke[I]Anzahl der aktiven mechanischen Mahlanlagen (Wasser-, Wind-, Rossmühlen).
NhNebenhäuser[I]Anzahl der bewohnten Nebengebäude (Heuerhäuser, Backhäuser, Leibzuchten).
SHoSpezialisierungs Index[R]Gewerbliche Differenzierung pro Hofstelle (1), korrigiert durch den Zeitfaktor in ParAL03.
SIISoz-Inst Index[R]Der Sozial Institutional Index pro 100 Einwohner (AW / Bev × 100).
SPopZentralitäts-Index[R]Gewerbliche Konzentration pro 100 Einwohner; zeigt die zentralörtliche Bedeutung.
UIUrbanisierungsindex[R]Aggregierte Kennzahl der gesellschaftlichen Komplexität (Summe aus AW und Gs).
UInUrbanisierungsindex, norm.[R]Verhältnis der totalen Urbanisierung (UI) zur Anzahl der tragenden Erbe-Hofstellen (VE + HE).
VDVerwaltungsdichte[R]Maßstab für den administrativen Zugriff pro Hofstelle (AW / Hs × 100).
WRWachstumsrate[R]Prozentuale Bevölkerungsveränderung im Vergleich zum vorherigen Referenzpunkt.

Liste der Matrizen

Matrix-CodeName der MatrixKernfunktionHauptinhalt & Besonderheiten
ParSE01Funktionale GewichtungFunktionale GewichtungBewertet die institutionelle und ökonomische Relevanz von Ämtern, Gebäuden und Energiequellen; speist den Amtlichen Wert (AW).
ParSE02HaushaltszusammensetzungDemografische GewichtungBerechnet die Bevölkerungszahl (Bev) basierend auf Hofstatus und Epoche; inklusive CrisisReduction.
ParEc01Getreideertrag & MarktwertÖkonomische GewichtungDefiniert die AnbauRate (kg/ha) und den PreisIndex pro Epoche; bildet die Basis für den Ernte Ertrag (EE) und Geldwert (GHs).
ParEc02VerbrauchsfaktorenDistributive GewichtungRegelt Abzüge für Steuern (Tax), Saatgut und Mühlenmetze sowie den Pro-Kopf-Bedarf; berechnet den Marktfähiger Ertrag (ME).
ParAL02GewerbegewichtungFunktionale GewichtungDefiniert die ökonomische Masse gewerblicher Einheiten (Energie = 2,0 / Extraktion = 0,25); bildet die Basis für Gs.
ParAL03Urban Diversitäts-IndexEpochen-KorrekturZeitlicher Korrekturfaktor für Spezialisierung (z.B. Jahr 700 = 4,0); gewichtet historische technologische Seltenheit.